Eisenbahn in Wien

2.5 Aspanger-Bahnhof (1880)


Abb. 30Das Gebäude war bis ins Detail im historisierenden Renaissancestil gehalten. Der Größe nach entsprach er einem stattlichen Provinzbahnhof. An der Stelle des zugeschütteten zweiten Hafens des Wiener Neustädter Kanals in den Jahren 1880–1883 errichtet, konnte er die Möglichkeiten eines Kopfbahnhofs nicht nützen, da zwei weitere Verbindungsbahnen Richtung Wien-Zollamt und Nordbahnhof führten. 1971 wurde der Bahnhof gesperrt, 1977 wurde er abgerissen.

2.6 Nordwestbahnhof (1870)

 


Abb. 31Erbaut in den Jahren 1870–1873 von einem deutschen Architekten, W. Bäumen, hielt der Bahnhof der Konkurrenz der Nordbahn nicht stand, obwohl die Handelsstraße zwischen Berlin, Dresden und Wien in der Blütezeit große wirtschaftliche Bedeutung errang. Für die Nordwestbahn war u. a. ein Schüler von van der Nüll und Siccardsburg, Carl Schlimp, tätig. Der Absolvent der Architekturschule der Akademie der bildenden Künste in Wien erbaute u. a. den Prager Nordwestbahnhof im Jahr 1875. 9

Streckenweise wurde die NW-Bahnlinie an die Nordbahn verkauft. In den Jahren 1923–1942 beförderte diese Bahn keine Personen mehr. Am 31. Mai 1959 erfolgte die endgültige Schließung. Der Zweite Weltkrieg zerstörte weitgehend alle Wiener Kopfbahnhöfe.

Abb. 32

 

 

Die wirtschaftliche Lage während des Wiederaufbaus erlaubte es den Stadtplanern nicht, neue Verkehrskonzepte gleich in dieser Phase durchzusetzen. So blieb es zwangsläufig grundsätzlich bis zum heutigen Tag bei den Verkehrslinien, wie sie vor dem Krieg existiert haben. 10