Eisenbahn in Wien

2.7 Die Stadtbahn

 

Abb. 33Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Wiener Dampf-Stadtbahn, die zwischen 1892 und 1911 erbaut wurde. Nach zahlreichen Projekten (u. a. von Wilhelm v. Flattich, Siemens & Halske, Fogerty) wurde der Auftrag 1894 an Otto Wagner vergeben. Dieser übernahm die Gestaltung der 11 Bahnhöfe und 23 Stationen, die durch ihre Architektur einen besonderen Wert darstellten. Viele von ihnen überstanden glücklicherweise sowohl die beiden Kriege, als auch die Tiefbauarbeiten der Wiener U-Bahn und wurden teilweise in die neuen U-Bahnstationen einbezogen 11 Architektonisch werden diese Objekte allzu gerne als sezessionistisch bezeichnet, doch im engsten Sinn war Otto Wagner niemals Sezessionist, da seine Bauten nicht die Monumentalität und nur selten die dazu führende Symmetrie aufgaben. Die von Wagner erbaute Dampf-Stadtbahn umfasste im Jahr 1911 die Gürtel-Linie (die heutige U6), die Vororte-Linie (S 45) und die Wiental-Linie (U4).

 

Abb. 34

Abb. 35

 

 Abb. 36Abb. 37

 

Abb. 38

2.8 Die Schnellbahn


Schema 2Im Jahr 1961 wurde die Wiener Schnellbahn („Meidling-Südbahnhof“–„Floridsdorf“) eröffnet. Der Betrieb sollte auf die Linien der Wiener Stadtbahn ausgedehnt werden. Die Koordination der Planungen der ÖBB, der Verkehrsbetriebe mit dem Rathaus war damals scheinbar nicht gefragt. Berücksichtigt man dazu die Auseinandersetzungen der SPÖ und der ÖVP in den Wahljahren 1954 und 1959, bei denen das Wort „U-Bahn“ aus dem Vokabular gestrichen wurde, kann man sich nicht wundern, dass die ÖBB mit ihrem Projekt einen Alleingang gewagt hat. Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass sich die S-Bahn in das Verkehrsnetz der Stadt gut eingefügt hat. Der Ausbau der Bahnhöfe in Floridsdorf, Meidling/Philadelphiabrücke, Südbahnhof, Wien-Mitte, Wien Nord erwies sich als notwendig, um die 120.000 Pendler täglich abfertigen zu können. Die Verbindung der Stadt mit dem Flughafen in Schwechat ermöglicht derzeit die S7, die Wolfsthaler Schnellbahn.