Eisenbahn in Wien

3.0 Perspektiven

 


Nun möchte ich kurz die wichtigsten Vorhaben der öffentlichen Verkehrsplaner für die nächstliegende Zukunft darstellen:

  • Eine Informationsbroschüre der ÖBB reflektiert: „Heute wäre die nachträgliche Errichtung eines Wiener Zentralbahnhofs illusorisch. Untersuchungen ergaben, dass ein solcher Großbahnhof über 34 Bahnsteigkanten aufweisen müsste, um die historisch gewachsene Kopfbahnhöfe ersetzen zu können. Soviel Platz gibt es in Wien nicht.“ 12
  • Die Projekte der Jahre 1960-1990 wurden alle verworfen. Nun konzentrieren sich die ÖBB auf den „Bahnhof Wien“, der am Standort Südtirolerplatz/Südbahnhof entstehen soll.
  • Das Projekt von Theo Hotz Bahnhof Wien sieht die Errichtung von vier Ebenen vor, die über eine großzügig dimensionierte, mehrgeschossige Bahnhofshalle mit markantem Flugdach erreichbar sind. Auf der Ebene +1 findet die Abwicklung des Fernverkehrs statt; Ebene 0 als Straßenebene bietet attraktive Fußgängerverbindung Bahnhofplatz – Favoriten; Ebene -1 dient dem Nahverkehr und beinhaltet alle Einrichtungen des Personenverkehrs (Fahrkarten, Reisebüro, Gepäck, Automiete, Information, Toiletten etc.); auf der Ebene -2 befinden sich Läden, die speziell auf den Bahnkunden abgestimmt sind.
  • Neue Perspektiven für die Zukunft begannen schon im Jahr 1989 mit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Die Rolle Wiens hat sich von einer „Endstation am Ende der Welt“ zu einer „Weltstadt“, die als Durchgangstation zwischen Ost und West/Süd und Nord dienen wird, geändert. So plant „Die Neue Bahn“ eine „Preßburger Bahn“, die durch den 11 km langen Neubau bis Kittsee eine Umsteigemöglichkeit nach Wien bzw. Preßburg bieten soll.
  • Die Modernisierung der Wiener Bahnhöfe. Alter Bahnhof Floridsdorf als Einkaufszentrum; Westbahnhof – mehr Einzelhandel; Wien Mitte und Rennweg – Überbauungspläne;
  • Die Schlachthausbahn ist noch Gegenstand der Gespräche zwischen den ÖBB und der Stadt Wien. Es müssten neue Haltestellen errichtet werden (Lusthaus–Stadion–Messegelände–Reichsbrücke–Innstraße–Handelskai).
  • Bau des Lainzer Tunnels (13 km) zwischen Hadersdorf/Weidlingau und Schöpfwerk (Donauländebahn).
  • Bau der Floridsdorfer Hochbahn zwischen Jedlersdorf und Siemensstraße.
  • Ausbau der U3 bis Simmering und nach Ottakring.
  • Gespräche der politischer Partner über den Ausbau der U6 bis Stammersdorf.

Schema 3

 

Die Entwicklung der U-Strab in Wien habe ich in dieser Arbeit kaum berücksichtigt, da es den Rahmen sprengen würde. Nicht abzusehen jedoch ist, was auf diesem Sektor die Stadt Wien in der Zukunft noch erwartet.

Zum immer größeren Problem der Verkehrs- und Stadtplaner wird meiner Meinung nach die Konkurrenz zwischen individuellen und öffentlichen Personenverkehr werden. Die Tendenz zur Schaffung einer lebenswerten Stadt stellt für den Verkehrsplaner immer größere Aufgaben und Herausforderungen. Hoffen wir, dass die Stadt Wien auch künftig eine lebenswerte Stadt bleibt!

4.0 Literatur





  • 24 Stunden für Wien, Aktuelle Informationen über Energie und öffentlichen Verkehr, Wiener Stadtwerke, Zeitschrift, Nr. 119-121, Wien 1996;
  • Informationshefte der ÖBB:
    • Das neue Bahnkonzept Raum Wien;
    • Ein neuer Bahnhof für Wien;
    • Gemeinschaftsaktion U3/S80. Simmeringer Hauptstraße, August 1996;
    • Mehr S-Bahn für Wien, April 1996;
    • Reaktivierung der Floridsdorfer Hochbahn, August 1996;
  • Kleindel Prof. W., Die Chronik Österreichs, Chronik Verlag, Dortmund 1984;
  • Kubinsky Dr. M., Bahnhöfe in Österreich. Architektur und Geschichte, Verlag Otto Slezak, Wien 1986;
  • Kurz E., Die städtebauliche Entwicklung der Stadt Wien in Beziehung zum Verkehr. Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung, Heft 6, Magistrat der Stadt Wien - Geschäftsgruppe Stadtplanung. Wien 1981;

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